Aufsuchende systemische Diagnostik

Aufsuchende systemische Diagnostik
…um Ziele zu bestimmen

Zielgruppe

Familien, die eine intensive Diagnostik im eigenen Haushalt zulassen und nutzen wollen, um die künftige Förderung ihrer Kinder verantwortlich mit zu gestalten, mehrfach belastet sind durch Krisen und Konflikte, Gewalt, Krankheit, Verlust, Trennung, Armut oder Existenzängste, die bisherigen Erkenntnisse noch nicht zu einem Lösungsansatz verbinden konnten oder bisherige therapeutische oder beraterische Hilfen als nicht durchführbar oder nicht erfolgreich erlebt haben.

 

Therapeutische Haltung

Wir sehen die Mitglieder der Familien als ExpertInnen für ihr familiäres System an. Familien in Krisen brauchen Hoffnung und die Vorstellung einer besseren Zukunft.

Darauf lassen sich die Familien mit uns ein:

  • Zumutung
    Wir hinterfragen kritisch; wir lassen eigene Anteile erkennen und Veränderungsmöglichkeiten erarbeiten
  • Vermutung
    Wir entwickeln gemeinsam Hypothesen, öffnen Gedankenräume und lassen Querdenken zu
  • Ermutigung
    Wir ermöglichen erste kleine Schritte, machen Mut zum Ausprobieren und begleiten die Umsetzung vereinbarter Ziele

Hilfeplan gem. § 36 KJHG

Im Hilfeplangespräch wird festgestellt, dass eine systemische Diagnostik angezeigt ist,

  • um Empfehlungen/Entscheidungsgrundlagen für eine erfolgversprechende Hilfe zu entwickeln und
  • die Familienmitglieder zu motivieren, den weiteren Hilfeprozess im eigenen Haushalt oder in einer Einrichtung verantwortlich mit zu gestalten.

 

Diagnostisches Angebot

Wir arbeiten systemisch, ziel- und lösungsorientiert.

Über einen Zeitraum von 12 Wochen erarbeiten wir in Co-Therapie mit den Mitgliedern der Familie und Beteiligten im Sozialraum einen Überblick über die Problem-lage und -einschätzungen, systemische Analysen zur eränderungsmotivation, Hypothesen über Bedingungen möglicher Entwicklungen, Veränderungspotentiale der Familienmitglieder, Lösungsideen, mit denen sich die Beteiligten identifizieren können. In Fach und Hilfeplangesprächen beteiligen wir uns an der Entwicklung erfolgversprechender Hilfen.

Die Evaluation 6 Monate nach Abschluss der vereinbarten Hilfe dient der Fortschrittsdiagnostik.

Die Diagnostik gestalten wir für alle Beteiligten nachvollziehbar, transparent und überprüfbar.

 

Ziele

  • Die fallzuständigen MitarbeiterInnen des ASD erhalten eine gutachterliche Stellungnahme mit
    • der Erhebung aller relevanten Daten,
    • Empfehlungen zur Entscheidungsfindung für eine erfolgversprechende pädagogische/therapeutische/ medizinische Hilfe,
    • Empfehlungen zum Umgang bei/ mit dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung.
  • Die Mitglieder der Familie entwickeln im Dialog mit den Familienlotsen
    • eine angemessene Wahrnehmung ihrer Entwicklungspotentiale,
    • Strategien zur Abwehr einer Kindeswohlgefährdung,
    • Lösungswege, die zu ihnen passen.

 

Rechtsgrundlagen / Finanzierung

Die Aufsuchende Systemische Diagnostik ist ein niedrigschwelliges therapeutisches Angebot gem. § 27 Abs. 3/ § 31 SGB VIII. Sie kann im Rahmen einer aufsuchenden Familientherapie finanziert werden.